Aufbau Terrasse

Endlich sind die Vorarbeiten erledigt und der Neuaufbau kann beginnen. Als Erstes hatte ich mir wieder mit der Maurerschnur den Rahmen der Terrasse grob abgesteckt. Dann den Aushub für die Kantensteine gemacht. Hier ist es wichtig gleich auf die richtige Tiefe zu achten und den Graben breit genug zu machen, für das spätere Anschrägen der Kantensteine. Auf 1 – 2 cm kommt es aber nicht an, da man diese Differenz später mit dem Beton ausgleichen kann. Die Höhe der Kantensteine war das Ausgangsmaß der alten Terrasse. Für die Tiefe des Grabens habe ich ca. 10 cm für das Betonfundament zugegeben. Ganz wichtig ist es, der Terrasse ein Gefälle zu geben, damit das Wasser nicht zum Haus läuft. Ich habe 1 % (1 cm) auf einen Meter gegeben. Meine Terrasse hat eine Tiefe von vier Metern, somit waren es 4 cm Gefälle. Nun ging es ans Ausrichten der Maurerschnur. Geht mit der Länge der Maurerschnur über das eigentliche Maß hinaus. Für eine genaue Ausrichtung müssen sich die Schnüre kreuzen. Jetzt sollten auch die genauen Maße, die die Terrasse später haben soll, eingehalten werden. Angefangen habe ich mit der Schnur am Haus, die ich auf Höhe der alten Terrasse gesetzt und in Waage gebracht habe. Sehr hilfreich war hier wieder die Schnurwasserwaage. Achte darauf, dass die Schnur ordentlich gespannt ist. Hier ist es jetzt von Vorteil, wenn die Eisenstäbe tief genug in der Erde stecken, damit sie sich nicht beim Spannen zusammenziehen. Dann habe ich die erste seitliche Schnur gezogen, mit einem (großen) rechten Winkel ausgerichtet und ebenfalls in Waage gebracht. An der gegenüberliegenden Stange vom Haus hatte ich die Höhe der Schnur auf dem Stab angezeichnet und von da aus 4 cm nach unten gemessen. Auf der gegenüberliegenden Seite bin ich genauso verfahren. Die kreuzenden Schnüre sollten sich nur leicht berühren. Die Obere sollte die Untere nicht runter drücken. Zum Schluss dann die letzte Schnur in Waage gebracht und auf die Höhe der seitlichen Schnüre ausgerichtet. Die Maße zwischen den Schnüren sollten jetzt oben und unten, sowie links und rechts gleich sein und dass Maß der Terrasse haben. Sollte das Gefälle um einen halben Zentimeter abweichen, ist dies auch nicht weiter dramatisch. Wichtig ist, dass links und rechts immer auf gleicher Höhe sind und insgesamt genug Gefälle vorhanden ist. Zum Schluss habe ich die Tiefe des Grabens noch mal angepasst.

Dann ging es auch schon los, mit dem Setzen der Kantensteine. Ich hatte am Haus, mit zwei geschnittenen Steinen angefangen, da die Terrasse etwas breiter als das Haus ist.

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Der Betonestrich sollte nicht zu dünn sein, damit die Kantensteine, nicht in das Bett einsinken. Man spricht hier von erdfeucht. Schaue auch auf die Anleitung auf dem Sack. Pro Meter Kantenstein rechnet man ein Sack Beton. Bei Aufsetzen des Steines sollte dieser etwas höher als die Maurerschnur sein. Mit einem Gummihammer oder Fäustling (mit Gummiaufsatz) den Stein auf seine endgültige Höhe klopfen. Die oberste Steinkante exakt zur Schnur ausrichten. Dabei auch die vertikale Ausrichtung des Steines nicht vergessen. Umso genauer der erste Stein steht, umso leichter wird es mit den nachfolgenden. Dank der guten Vorarbeit waren die beiden Seiten schnell gesetzt. Zwischendurch habe ich den Abstand zwischen beiden Seiten, an den einzelnen Steinen immer wieder nachgemessen, um sicherzugehen, dass nichts aus dem Lot gerät.

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Zum Schluss wurde dann die letzte Kante gesetzt und der Rahmen geschlossen. Den letzten Stein musste ich um ca. 20 cm kürzen. Ich habe ihn mit der geschnittenen Seite zum Beet hingesetzt, damit die Schnittkante nicht gleich sichtbar ist. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

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Die Bodenplatte konnte in der Zwischenzeit etwas abtrocknen. Zumindest äußerlich. Vorsichtshalber habe ich einen einfachen Bitumenanstrich gemacht und eine kleine Wasserdrainage gebaut. Für die Abgrenzung zum Sand hin habe, ich eine Beetumrandung aus Kunststoff genommen und den Hohlraum mit Split aufgefüllt.

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Zwischendurch stand die undankbare Aufgabe der Reinigung der Terrassenplatten an. Mit Hammer, Meißel und einer Flex mit Schruppscheibe habe ich dann erst mal die Betonreste von der Rückseite der Platten entfernt. Anschließend dann alle Platten mit dem Hochdruckreiniger gesäubert. Das war dann ein weiteres Mal, dass 80 Platten von links nach rechts bewegt wurden.

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Während mein Schatz mit der Reinigung beschäftigt war, fing ich an die Höhe des Untergrundes anzupassen. Ich musste also von der Sandschicht noch was abnehmen, da ich unter Berücksichtigung der Höhe des Splitbettes von ca. 5 cm, sowie der Platten mit einer Höhe von 5 cm, auf 10 cm unter der Höhe der Kantensteine kommen musste.  Anschließend hatte ich den Schutt aus dem Ringfundament, den ich zwischendurch noch kleiner zerschlagen hatte, untergemischt und mit einer Harke alles grob glatt gezogen. Hierzu hatte ich mir zwei Maurerschnüre, im Abstand von 1,50 mt. über die Steinkanten gespannt, um auch in der Mitte die Höhe nachzumessen.

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Mittlerweile war es Mitte April und endlich wurde das Wetter auch besser. Um den Untergrund zu befestigen, hatte ich mir im Baumarkt, für einen Tag, ein Rüttler ausgeliehen. Da ich bis dahin noch nie mit einen gearbeitet hatte, ist dieser erst mal mit mir los marschiert statt ich mit ihm. Aber den Bogen hat man nach 10 Minuten raus. Mein Tipp, erst mal in der Mitte üben, da das Gerät bei mir immer zur Seite abgewandert ist. Der Sand sollte auch nicht zu trocken sein, da er sich sonst nur von links nach rechts schiebt. Ich hatte vorher die Fläche etwa gewässert. Nach einer Stunde war dann der erste Erfolg zu sehen. Leider war ich mit meiner Oberfläche nun 2 cm zu tief. Also musste ich von dem abgetragenen Sand wieder ordentlich was zurück schippen und das ganze Spiel von vorne beginnen. Das nennt sich dann wohl Learning by Doing. Aber zum Mittag hin hatte ich es dann doch geschafft.

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Im nächsten Schritt setzte ich die Erdhülsen für die Zaunpfosten. Ich hatte mich für Einschlaghülsen mit einer Länge von 90 cm entschieden. Im Nachhinein hatten sich diese aber als unpraktikabel gezeigt, da ein genaues Einschlagen fast unmöglich war. Sobald sich ein Hindernis – ob Stein oder Wurzel – im Erdreich befand, fingen sich die Dinger an zu verdrehen. Ich empfehle hier Balkenschuhe zum Einbetonieren. Beim Setzen ist aber penibel auf die richtige Höhe zu achten. Also nicht am Gefälle der Kantensteine orientieren, sonder schön in Waage bringen. Einschlaghülsen lassen sich zur Not, nach oben oder unten etwas nachjustieren. Wobei raus allerdings schlecht ist, da sich die Hülse dann wieder lockert. Ich empfehle die Hülsen ein bis zwei Zentimeter über den eigentlich Maß zu lassen und später, wenn die Platten liegen, nachzuschlagen. Da ich bei mir, so wenig wie möglich von den Hülsen sehen wollte, hatte ich sie zwar exakt auf die Höhe der Platten gesetzt, aber nicht berücksichtigt, dass der Sechskant der Befestigungsschrauben auch noch passen muss. Aus den unteren Bohrungen durfte ich dann Langlöcher machen.

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Bevor der Split aufgeschüttet wurde, habe ich die Fläche noch mit Unkrautvlies ausgelegt. Dann hieß es, die 60 Säcke von hinten nach vorne zu bewegen.

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Um den Split abzuziehen, hatte ich mir zwei Vierkantaluschienen aus dem Baumarkt geholt. Die Flachstahlschienen, die ich für den Untergrund beim Schuppen verwendet hatte, waren auf der großen Fläche zu instabil. Hierfür habe ich mir mit der Maurerschnur wieder zwei Hilfsschnüre gezogen, die ich direkt über die Kantensteine gespannt hatte. Nun habe ich von der Schnur 5 cm herunter gemessen und danach die Aluschienen in der Höhe ausgerichtet (5 cm ist die Höhe der Terrassenplatten). Somit war ich bündig mit den Kantensteinen. Mit einer Abziehlatte habe ich dann den überschüssigen Split abgezogen. Die Schienen wurde ich dann vorsichtig entfernt und die entstandene Fuge mit Split aufgefüllt. Ich habe vom Garten aus angefangen und mich zum Haus vorgearbeitet. Also Fuge aufgefüllt, soweit wie ich ran kam, die ersten Platten drauf und dann weiter. Sobald die Platten liegen, sind diese auch schon begehbar.

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Ich habe zum Anfang nur die ganzen Platten verlegt. Für den Abstand hatte ich Fugenkreuze verwendet. Da meine alten Terrassenplatten nicht wirklich gleichmäßig hergestellt waren, und ich die Fuge immer wieder vermitteln musste, hatte ich mich entschieden, die Fugenkreuze nur von oben zu stecken und später wieder zu entfernen.

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So hatte ich mich dann von rechts nach links vorgearbeitet.

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Mit meiner Berechnung der Splitmenge lag ich ziemlich gut. Ca. 1 1/2 Sack hatte ich übrig behalten. Nachdem alle vollen Platten gelegt waren, machte ich mich an die Ausschnitte an den Erdhülsen. Auch hier ist es wieder von Vorteil, wenn man eine große Flex mit Diamantscheibe zur Verfügung hat. Bei Ausschnitten an den Ecken ist es sehr einfach. Bei Ausschnitten die mittig in der Platte waren, hatte ich mit der großen Flex die seitlichen Schnitte gemacht und den Querschnitt mit einer Kleinen. Auf der sichtbaren Seite habe ich die Platte nur angeritzt, um nicht über die seitlichen Schnitte hinaus zu schneiden. Auf der Rückseite der Platte bin ich über die seitlichen Schnitte hinaus um tiefer zu kommen, hatte aber diese nicht ganz durchgeschnitten, da die Gefahr bestand, dass mir die seitlichen Stege sonst wegbrechen. Mit einen scharfen Meißel konnte ich dann den Ausschnitt abtrennen. Die Kanten haben ich vorsichtig mit dem Diamantblatt bzw. Schruppscheibe geglättet.

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Zum Schluss blieben dann nur noch die Platten, die auf ihrer gesamten Länge gekürzt werden mussten. Hierfür habe ich mir von einem Bekannten einen Schneidetisch geliehen. Da mir der Tisch aber nicht gleich zur Verfügung stand, hatte ich erst mal mit dem Zaun weiter gemacht bzw. begonnen. Die Pfosten waren schnell gesetzt, da nur die Löcher für die Bodenhülsen zu bohren waren. Aber auch hier darauf achten, dass beim Anzeichen der Löcher die Balken geradestehen. Das geht am besten zu zweit. Einer richtet den Balken mit der Wasserwaage aus, der andere zeichnet an. Es ist ratsam, die Bohrlöcher von beiden Seiten anzuzeichnen und auch zu bohren. Wenn man frei von Hand bohrt, bei einer Tiefe von 7 cm, kommt der Bohrer meistens nicht an der Stelle raus, wo er sollte. Als Rankhilfe hatte ich mir in der Zwischenzeit überlegt, diese mit Edelstahlstangen zu machen. Der Durchmesser der Stangen betrug 12 mm. Auf den kurzen Seiten habe ich durchgehende genommen. D.h. den mittleren Balken habe ich durchgebohrt und die Äußeren nur mit einer Tiefe von 3 cm angebohrt.

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Für die lange Seite habe ich mich, rein aus Transportgründen, für vier kurze entschieden. Die Bohrungen waren aber gleich. Mit dem Setzen der Balken wurden dann auch gleich die Edelstahlstangen verbaut. Aufgrund der Sacklöcher war es wichtig, dass die Balken noch beweglich waren.

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Das Schöne an einen Westernzaun ist, dass nicht ein Brett dem anderen gleicht. Allerdings sollte man sich die Bretter schon mal vorher anhalten, um zu sehen, wie es von der Optik am besten aussieht. Nachdem die Anordnung feststand, mussten diese nur noch auf Länge geschnitten und verschraubt werden. Hier hatte ich mich für Edelstahlschrauben entschieden, damit nichts rostet. Bei allen Holzarbeiten hatte ich alles immer erst angepasst, bevor ich es mit Lasur gestrichen hatte. Die Anstriche hatte ich zweimal durchgeführt.

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Endlich stand mir der Schneidetisch für die restlichen Terrassenplatten zur Verfügung. Mit der Flex wäre es einfach viel zu anstrengend und ungenau gewesen. So eine Profimaschine kann man sich ebenfalls in Baumärkten ausleihen. Das Schneiden der Platten hat gerade mal 45 Minuten gedauert. Das wäre mit der Flex nie zu schaffen gewesen. Die anschließende Reinigung der Maschine hat länger gedauert.

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Bei zwei Platten musste dann noch der Ausschnitt für die Erdhülsen gemacht werden. Die anderen Platten waren nur noch zu verlegen.

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Mittlerweile war es Mitte Mai. Die Platten waren alle verlegt und es stand, nur noch das Streichen und Verfugen der Platten an. Eine passende Farbe zu bekommen war gar nicht so einfach. Nicht weil es den Farbton nicht gab, sondern weil die heutigen Farben alle auf Wasserbasis basieren und für Terrassenanstriche ungeeignet sind. Zumindest steht es so auf der Beschreibung und wurde vom Personal auch bestätigt. Im Internet bin ich dann aber doch fündig geworden. Nachdem mir der Händler bestätigte, dass die Farbe wasser- und abriebfest ist, bei einem zweimaligen Anstrich und einen vorherigen Anstrich mit Tiefengrund, hatte ich mir die entsprechende RAL Nummer rausgesucht und bestellt. Auf der Homepage des Händlers gab es auch umfangreiche Farbtabellen. Mit allen hatte ich ja gerechnet. Zu hell, zu dunkel oder doch zu braun. Aber nicht mit dem, was ich sah, als ich den Farbeimer öffnete.

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Umtauschen kam nicht infrage, da ich nun doch endlich fertig werden wollte. Wir hatten schon die ersten sommerlichen Tage und ich wollte endlich wieder den Garten genießen. Ich entschloss mich, den Farbton selbst anzupassen. Im Baumarkt holte ich mir ein Konzentrat in einen sehr dunklen Braun. Die Flaschen waren erstaunlicherweise sehr klein. Ich nahm daher zwei. Leider blieb der gewünschte Effekt aus. Das dunkle Braun war schon der richtige Weg, aber die Menge war zu gering. Am Ende hatte ich mir dann einen Litertopf in einem ähnlichen dunklen Farbton geholt und untergemischt. Mein Ziel war es, einen ähnlichen Farbton wie die Kantensteine zu bekommen.

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Zum Verfugen habe ich mich für eine fertige Flex Mischung entschieden. Zu beachten ist, je schmaler die Fuge umso feinkörniger der Mörtel. Das Zeug musste nur aufgestreut und leicht gewässert werden, um es dann mit einem Wasserschieber in den Fugen zu verteilen. Wichtig ist, dass nicht zu viel Wasser verwendet wird, da es sich sonst gleich ins Nirwana spült. Ich habe es dann letztendlich mit einem Handfeger verteilt, was wesentlich genauer war. Die Rückstände sollte man dann kurz antrocknen lassen und abfegen. Das hat wunderbar funktioniert. Manche schreiben, dass sie nach dem Verfugen fürchterliche Flecken hatten, das war hier nicht der Fall. Da die Verarbeitung recht zügig vorangehen musste, da das Zeug irgendwann aushärtet, gibt es nur ein Foto des Endergebnisses.

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Es war geschafft, die Terrasse war fertig.

Etwas später habe ich dann die Waschbetonplatten am Haus neu verlegt und zur Terrasse hin nachgerückt. Hier konnte ich den Platten am Haus ebenfalls etwas Gefälle geben.

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